Monday, 13. april 2009 1 13 /04 /Apr. /2009 07:24
Die Zeit auf der Care for Kids Farm verging wie im Fluge und schon bald muss ich die kleinen und großen Herzensbrecher, die natürlich nicht selten auch echte trouble shooter sind, wieder "verlassen". Der Gedanke daran lässt mir das Herz jetzt regelmäßig sehr, sehr schwer werden, denn diese pfiffigen, offenen, liebenswerten und inspirierenden Menschenkinder haben so viel in Bewegung gesetzt, mich so viel gelehrt, das Menschsein auf so natürliche und ungezwungene Weise durch ihr Verhalten, ihre Worte, Mimik und Gestik  "beschrieben"!

Gleichsam haben mir die erwachsenen Menschen, mit denen ich hier zusammen lebe, verdeutlicht und ohne ihr Wissen offenbart, womit ich mich in Zukunft mehr beschäftigen möchte. Sie haben mich nicht selten an Grenzen geführt, die mir deutlich gemacht haben, was ich will und was ich nicht will, was ich lernen möchte und nach meiner eigenen Vorstellung sogar muss. Es gab viele wunderbare Erlebnisse - insbesondere mit den Kindern - und es gab zahlreiche, zum Teil harte Erfahrungen. Irgendwie das Leben kompakt und geballt, mit vielen Emotionen und zum Teil unbeschreiblicher Sachlichkeit.

Diese Erfahrung jetzt zu sammeln, war das Beste, was mir zu diesem Zeitpunkt hätte passieren können. Deshalb von Herzen meinen besten Dank all denjenigen, die mich so großartig unterstützt haben!!!

In einer Woche bin ich nicht mehr allein und werde von meinem Liebsten abgeholt. Ich bin glücklich die Care for Kids Farm nicht allein hinter mir lassen zu müssen!

Bis zu meinen letzten Zeichen von der Care for Kids Farm kurz bevor wir auf Reisen gehen,

Eure Maika
von mai-afri-ka
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Monday, 13. april 2009 1 13 /04 /Apr. /2009 06:30
Überall auf der Welt sind wohl die Stunden des Samstagnachmittags - zumindest für die männliche Bevölkerung - unumstößlich für den Lieblingssport Fussball festgeschrieben. So auch hier in Sambia!

Mit dem Container kamen zwei große Kisten mit wunderbaren Fussballschuhen für die Jungs. Selbstverständlich haben die Kids für soetwas einen Riecher ... sie wussten es offenbar noch vor mir, dass sich dieser Schatz zwischen all den anderen Schuhen, der Kleidung, den Schulsachen und so weiter befindet.

Nachdem ich schließlich alle Sachen, welche mit dem Container angekommen waren, organisiert, sortiert, beschriftet und verstaut hatte, schlichen die Buben auch schon um mich herum und hatten offenbar eine brennende Frage auf dem Herzen: "Auntie Maika, ca we get the football shoes? We have a game tomorrow in Mansumushi." Dafür sind die Schuhe ja da, jedoch müssen sie nach jeden Spiel wieder abgegeben werden, weil sie sonst schlicht verbummelt werden, auf dem Fussballplatz liegenbleiben, getauscht oder einer der Schuhe eines Paares an einen Freund verschenkt wird.

Am Samstag morgen wurde ich mit einem leisen, aber unablässigen Klopfen an der Tür geweckt; natürlich: ich hatte versprochen, dass ich zsuammen mit den Jungs passende Schuhe für jeden heraussuche, wenn sie mir am Samstagvormittag ihre ordentlichen Zimmer zeigen. Dass sie die ganze Nacht hindurch ihre Regale aufräumen und Betten machen würden hatte ich nicht bedacht. So standen unvermittelt acht kleine grinsende Gesichter vor mir, um mich an mein Versprechen zu erinnern und mich aufzufordern zu sehen, wie schön alles aussieht. Sie gaben mir dankbarer Weise noch eine kleine Schonfrist, doch schon eine Stunde fand ich mich im strahlend glänzenden Zimmer der kleinen Ronaldos, Ballacks, Dedes & Co. wieder. Ihnen war an einem Sieg gegen die Kids aus dem kleinen Dörfchen offenbar sehr gelegen

Also gingen wir zum Container, alle Jungs setzten sich ins Gras und dann kam einer nach dem anderen dran, um die passenden Schuhe zu finden. Ein Gedränge, Geschrei, Gejubel und Gerenne - einfach wunderbar! Nachdem alle - auch die Jüngsten - ihre Schuhe in den Händen hielten oder an den kleinen Füsschen trugen (die sie bis zum Spiel keineswegs mehr auszuziehen gedachten) wurde noch die Trikotfrage erörtet. Die Wahl fiel auf blau. Da im Container unendlich viele T-Shirts (alle mit der Nummer 9) waren, konnten alle im gleichen Dress auflaufen. Selbstverständlich bekam auch Auntie Maika und die beiden weiteren "mitreisenden" weiblichen Fans Mercy und Janet die blauen T-Shirts, samt den sportlichen Cappies, die Charles ebenfalls ausgegeben hat.

So machten wir uns - bestückt mit vielen Flaschen Wasser für die Leistungssportler - nachd er Mittagsruhe auf den Weg. Alle waren in heller Aufregung! Wir vielen wie eine kleine Horde wilder Fans in das kleine Dörfchen ein, schlugen uns durchs hohe Gras, hinter welchem sich eine große Freifläche mit zwei riiiiiesiegen Toren in ungeheurem Abstand zueinander eröffnete. Die Kleinen sollten gegen die Kleinen antreten und die großen Jungs gegen die Älteren aus Mansumushi.

Vor Spielbeginn wurde sich vorbildlich warmgelaufen, Dehnübungen vorgenommen und schließlich drang ein motivierender Schlachtruf aus den zusammengedrängten Trüppchen.

Die Kinder hatten eine Menge Spaß und ich muss sagen, auch wir an den "Spielfeldrändern" (die natürlich nicht existent sind) haben einen wunderbaren Nachmittag verbracht. Die Spieldauer beträgt jedoch nicht zwei Mal 45 Minuten, sonder es wird bei den kleinen Jungs bis 10 Tore gespielt, während die Großen bis 4 Tore spielen oder solange, bis Auntie Maika sagen muss, dass wir Richtung Dusceh aufbrechen müssen.

Was konnten wir alles sehen? Ein kleiner Einblick: Torwarthandschuhe, die kleine gelbe Flipflops sind, verschiedene Schuhe an den Füssen (wahlweise auch zwei rechte Schuhe), T-Shirts, die wie Kleider bis zum Boden bzw. ins Gras reichen und verbergen, dass die Kids Füsse haben, Mini-Anführer, die aufgrund des Eigentums des zur Verfügung stehendes Balls das Spiel so lenken wie sie möchten, im Gras sitzende Verteidiger, die mit ihren Kameraden lachen oder streiten, Tore aus Grashaufen, aus Plastiktüten zusammengepresste und verschnürteTrainingsbälle, jede Menge Rad-schlagende Spieler, Standbein barfuß - Schussbein mit Schuh, Frauen, die mit Früchten oder Waren auf dem Kopf quer durch de Spielfelder laufen, aufregendes Panaltyschießen, wenn kein eindeutiges Ergebnis erzielt werden konnte.

Nach vier Stunden haben wir dann alle Schuhe, Flaschen, T-Shirts, Hosen, Jacken und alle Kinder wieder eigesammelt und uns auf den Heimweg begeben. Ein erfüllter Nachmittag, der mit einem klaren Sieg für die Großen und einer kanppen Niederlage für die kleinen Jungs endete. Die Belohnung für ihren harten sportlichen Kampf wartete im Nini-Sop im Dörfchen. Kekse mümmelnd, erschöpft und zufrieden kamen wir wieder kurz vor Einbruch der Dunkelheit auf der Farm an.

Dieses Erlebnis liegt bereits vier Wochen zurück, doch seit dem gehen wir jeden Samstag am Samstagnachmittag ins "Stadion". In dieser Woche werde ich zum letzen Mal die Kids zum Fussball begleiten können und diesmal werden wir ein wahres Fussballfest veranstalten: mit Siegen für beide Teams, Limonade und selbstgebackenen Waffeln.

Sport frei!

Care-for-Kids-Fan Maika
von mai-afri-ka
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Sunday, 12. april 2009 7 12 /04 /Apr. /2009 21:05
Meine lieben Freunde!

Ich wünsche Euch allen ein wunderbares Osterfest, erholsame freie Tage und das ein oder andere erfreuliche "Osterei"!

Hier wird Ostern - obwohl die meisten Menschen sehr religiös sind - nicht auf besondere Art und Weise begangen. Es fühlt sich ein bisschen einsam an, denn bisher saß ich Ostern jedes Jahr am Osterfeier mit meiner Familie und Freunden zusammen und wir haben fleißig den Winter ausgetrieben... Vielleicht liegt es daran, dass hier in Sambia keine speziellen Feierlichkeiten (und natürlich erst recht keine heidnischen Bräuche) zelebriert werden, da es hier keinen Winter zum Austreiben gibt

Frohe Ostern und bis zum nächsten Eintrag "Fussball am Samstagnachmittag",

Eure Maika


von mai-afri-ka
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Friday, 27. march 2009 5 27 /03 /März /2009 20:48


Die Sonne stand hoch am Himmel an diesem Tag. Die Kids waren vormittags im Unterricht, fanden am Nachmittag - nach der täglichen quiet time, die bis 14 Uhr dauert - jedoch nicht wieder zu ihrer Konzentration zurück. Sie hatten längst beobachtet, dass Micha und seine Arbeiter geschäftig um den künftigen Pool herum wirbelten - das musste ein Zeichen sein und zudem würde uncle Micha ja auch in zwei Tagen abreisen und jeder wusste, dass es sein Ziel war, den Pool rechtzeitig fertigzustellen.

Die Kinder saßen in ihren Klassen als Micha die beiden großen Jungs Musonda und Mwape bat, ihm zu helfen. Sechs Männer breiteten sorgfältig die große Folie für das Becken auf der Wiese aus, jeder bekam seine exakte Position zugewisen und auf Michas Komando wurde die Folie sorgfältig und mit höchster Präzision in die Vertiefung des Beckens  gelegt. Der Himmel schien auf die Erde gefallen zu sein, so sehr strahlte das Blau der Folie. Als wir alle wieder aufsahen standen um den gesamten Pool herum die Kinder: gespannt, erfreut und aufgeregt zappelnd hüpften sie um die Pool herum. Als Micha die Folie zusammen mit Musonda und Mwape noch sorgfältig glättete und die Ecken sauber gefaltet wurden, stand die Hälfte der Kids schon in Schwimmsachen um den Pool herum. Jetzt musste nur noch der Abfluss aufgeschaubt werden und schon konnte der Pool mit Wasser füllt werden. Gespeist vom frischen Grundwasser, welches für die ganze Farm aus etwa 35 Metern Tiefe gepumpt wird, nahm das ehemlas schlammige Becken aus Steinen, Sand und Gras nun die Gestalt eines Kinderschwimmbeckens an.

Nachdem das Becken gefüllt und die Badeanzüge und -hosen ihre Besitzer gefunden hatten, gab es noch einige Instruktionen und dann wurde die Badesaison auf der Care for Kds Farm mit einem kräftigen Applause für unseren Architekten und Baumeister Micha eröffnet.

Da um das Becken herum die Folie noch unter Stein und Beton gebracht werden muss und der Rand wir auch die Folie noch nicht befestigt waren, hatte ich das Vergnügen, den kleinen Wasserratten ins kühlende Nass zu helfen. Ein wirklich toller Job  ! Seht auf den wenigen ausgewählten Bildern (rechts in der Galerie) selbst die Freude und das Vergnügen der Kids.

Die Sonne des späten Nachmittags tat zu dieser wunderbaren friedlichen und ausgelassenen Stimmung ihr Übriges, sie machte dieses Fleckchen Erde in diesem Moment zum Schönsten auf der Welt. Glück war regelrecht spür- und greifbar geworden.

Die Kinder blieben - manche auch vor Kälte zitternd - im Wasser bis die Sonne hinter den Bäumen verschwand. Wir brachten es an diesem Tag nicht übers Herz, sie aus diesem Vergnügen herauszuholen oder zu "erlösen"


Der folgende Abend war - vorübergehend - der Letzte für Micha auf der Care for Kids Farm. Am Mittwoch stiegen wir alle mit den Kids in den großen Bus und fuhren ihn gemeinsam zum Flughafen. Hinter der großen Scheibe beob- achteten wir das Treiben auf den Start- und Landebahnen bis Micha im weißen Vogel in den afrikanischen Himmel stieg.

Auf ein Wiedersehen Micha!

Alles Liebe, Maika


Ein Nachtrag von meinem ersten Anlauf dieses Erlebniss zu schildern: Folgendes haben die kleinen Jungs selbst am Rechner geschrieben:

shadreck   aron       davis : micha  thank    you  for   the   swimming  pool   and    for    the   bicycles.



von mai-afri-ka
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Friday, 27. march 2009 5 27 /03 /März /2009 20:18
Liebe Freunde,

seit Tagen arbeitet Ronny - scheinbar ununterbrochen - an der Aktualität der Care-for-Kids-Homepage. Schaut doch mal vorbei und verschafft Euch einen Einblick, was sich hier in den letzten Wochen alles so getan hat. Ihr bekommt neue Eindrücke von unserem Haus, von den Kids und trefft auf alte Bekannte

Viel Spaß beim Stöbern!

Liebe Grüße, Maika
von mai-afri-ka
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Warum diesen Blog?

  • : Care for Kids Orphanage in Sambia
  • : Auf der Care for Kids Farm, einem Waisenhaus in Sambia, leben 40 Kinder. Ihre Eltern starben an Aids, wurden inhaftiert oder sind seit jeher unbekannt. Mit diesen Kindern darf ich in den kommenden Monaten ein Stück ihres Weges gehen und die Mitarbeiter des Waisenhauses unterstützen, dieser Rasselbande Freund, Familie, Lehrer und Vertraute zu sein. Mit diesem Blog möchte ich meine Eindrücke, Erlebnisse und vor allem Freude mit Euch teilen.
 
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